OnPage vs. OffPage

Typischerweise wird bei der Suchmaschinenoptimierung zwischen OnPage- und OffPage-Maßnahmen unterschieden. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass der Betreiber einer Webseite alle OnPage-SEO-Merkmale zu 100% steuern kann, während er auf die OffPage-Faktoren höchstens indirekt einwirken kann.

OnPage-Rankingfaktoren

OnPage-Rankingfaktoren sind alle Eigenschaften einer Webseite, die Suchmaschinen zum Ranking der Suchergebnisse heranziehen und die sich auf der Seite selbst befinden.

Inhalte

Das naheliegendste OnPage-Merkmal einer Webseite ist deren Inhalt. Dieser wird von Suchmaschinen indexiert und dient als Datengrundlage für verschiedene Rankingalgorithmen. Aus SEO-Sicht sind in Bezug auf den Inhalt einer Webseite z. B. die folgenden Merkmale relevant:

  • Die Art und Weise, wie die Keywords in den Inhalt eingebaut sind. Es spielt für das Suchmaschinen-Ranking eine Rolle, ob ein Begriff im Fließtext vorkommt oder in einer Überschrift, ob er weiter oben auf der Seite steht oder weiter unten und wie häufig er auf der Seite insgesamt genutzt wird.
  • Die Länge des Textes auf einer Seite und dessen Aufbau.
  • Das Vorhandensein von Bildern und Videos.
  • Meta-Daten wie der Zeitpunkt der Veröffentlichung und der Name des Autors.
  • Die Qualität des Inhalts spielt ebenfalls eine Rolle. Die Entwickler bei Google verwenden einen großen Teil Ihrer Arbeitszeit darauf, Algorithmen zu entwickeln, die die inhaltliche Qualität einer Webseite beurteilen können. Das Ergebnis kann nur eine Annäherung sein, da Computer die Inhalte von Webseiten nie im eigentlichen Sinn verstehen werden. Dennoch ist Google mittlerweile überraschend gut darin, lieblos erstellte SEO-Texte zu erkennen und abzuwerten.

Struktur

Auch die Struktur einer Webseite spielt für das Suchmaschinenranking eine Rolle. Gemeint sind damit sowohl der hierarchische Aufbau und die Navigation bzw. allgemein die interne Verlinkung, als auch Merkmale, die die Gesamtheit der Unterseiten bzw. Inhalte betreffen. Einige Beispiele:

  • Unterseiten, die intern häufig verlinkt sind, erhalten beim Ranking ein höheres Gewicht, als Unterseiten, die intern selten verlinkt sind. Je mehr interne Links die Unterseiten insgesamt aufweisen, desto geringer ist der Effekt für die einzelnen Unterseiten. Der hierarchische Aufbau und die Seitennavigation spielen im Ergebnis eine zentrale Rolle, da die Navigation aus internen Links besteht.
  • Die Suchergebnisse bei Google bestehen immer aus Links zu einzelnen Unterseiten. Für das Ranking berücksichtigt Google aber nicht nur diese Unterseiten und deren Inhalte, sondern auch alle übrigen Inhalte der jeweiligen Webpräsenz. Vereinfacht ausgedrückt kann man sich das so vorstellen, dass Googles Ranking-Algorithmen entscheiden, an welcher Position eine bestimmte Domain zu einem Suchbegriff rankt. Welche Unterseite dort rankt, entscheidet dann ein anderer Algorithmus. Es kommt dabei in der Praxis durchaus vor, dass eine Domain heute mit der einen und morgen mit einer anderen Unterseite auf derselben Google-Position steht. Das ist eine stark vereinfachte Darstellung. Tatsächlich wird das Ranking sowohl von den Inhalten der jeweiligen Unterseite, als auch von der Gesamtheit der Inhalte der ganzen Webpräsenz bestimmt.

OffPage-Rankingfaktoren

OffPage-Rankingfaktoren sind all diejenigen Eigenschaften, die einer Webseite zugeschrieben werden können und sich außerhalb der Webseite befinden. Diese Faktoren sind durch den Website-Betreiber nicht direkt beeinflussbar. Der Betreiber einer Webseite kann also die OffPage-Faktoren, im Gegensatz zu den OnPage-Faktoren, nicht direkt manipulieren. Entsprechend hoch ist das Gewicht, dass Suchmaschinen diesen Faktoren beimessen.

Backlinks

Die mit Abstand wichtigsten OffPage-Rankingfaktoren sind die Backlinks einer Webseite, also die eingehenden Links von anderen Webseiten. Mehrere Algorithmen werten auf Seiten der Suchmaschinen die Backlinks aus. Aus SEO-Sicht sind in Bezug auf die Backlinks einer Webseite z. B. die folgenden Merkmale relevant:

  • Die Wichtigkeit bzw. Reputation der verlinkenden Webseite. Ein Link von einer weithin bekannten Webseite mit gutem Ruf wird von Suchmaschinen stärker gewichtet, als ein Link von einer völlig unbekannten Webseite. Google verwendet enorme Ressourcen darauf, die Wichtigkeit und Reputation von Webseiten maschinell zu berechnen.
  • Das Thema der verlinkenden Webseite. Ein Link von einer thematisch ähnlichen Webseite hat ein höheres Gewicht als ein Link von einer Webseite, die nichts mit dem Thema der verlinkten Webseite gemein hat.
  • Die Position des Links innerhalb des Inhalts. Suchmaschinen gewichten bspw. Links, die im Fließtext einer Webseite stehen anders, als Links, die sich unter dem eigentlichen Inhalt oder im Footer oder in der Navigationsleiste befinden.
  • Die linkgebende Domain und die jeweilige Unterseite. Die o. g. Faktoren beziehen sich einerseits auf die einzelne Unterseite, auf der der Link steht und andererseits auf die gesamte Domain. D. h. es spielt bspw. nicht nur das Thema der Unterseite, sondern auch das Thema der gesamten Domain eine Rolle.
  • Der Linktext, also der anklickbare Text des Links. Wenn eine Webseite viele eingehende Links erhält, die alle das Wort „Rezepte“ im Linktext enthalten, ist das für Suchmaschinen ein Hinweis, dass die verlinkte Webseite zum Thema „Rezepte“ relevant ist.

Markenbekanntheit

Viele Internet-Nutzer haben es sich zur Gewohnheit gemacht, den Namen einer Webseite zu Googlen, anstatt deren URL direkt in die Browser-Adresszeile zu tippen. Wenn Sie die Tagesschau sehen wollen, suchen Sie einfach bei Google nach „Tagesschau“. Daher hat Google sehr genaue Daten über die Bekanntheit von Firmen, Marken und Webseiten.

Diese Daten beeinflussen auch das Google-Ranking. Googles Ziel ist es, dem Nutzer die Ergebnisse zu liefern, die ihn am ehesten zufrieden stellen. Die meisten Leute bestellen Ihre Bücher bei Amazon. Wenn Sie also bei Google nach Büchern suchen, wollen Sie Amazon finden. Daher rankt Google zu diesen Begriffen die Amazon-Webseite weit oben.

Im Ergebnis führt das dazu, dass bspw. eine groß angelegte TV-Werbekampagne zu einem besseren Google-Ranking für die beworbene Marke bzw. Webseite führt. Umgekehrt heißt es auch, dass ein gutes Google-Ranking zu stark umkämpften Begriffen nur sehr schwer möglich ist, ohne gleichzeitig auch die Bekanntheit außerhalb von Google zu steigern.

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