Link Building (Linkaufbau)

Neben hochwertigen Inhalten, ist die Verlinkung eines der entscheidendsten Bewertungskriterien für die Qualität von Webseiten bei Google und anderen Suchmaschinen. Ein guter Linkaufbau mit starken Backlinks erhöht effektiv und nachhaltig das Ranking in den Suchergebnissen und ist damit eine wichtige SEO-Methode.

Links sind seit langem einer der Hauptfaktoren, die von Google und anderen großen Suchmaschinen zum Ranking von Webseiten verwendet werden. Das heißt, wenn Sie in der Google- oder Bing-Suche ganz oben rangieren möchten, müssen Sie die Betreiber anderer Webseiten dazu bringen, auf Ihre Seite zu verlinken.

Was ist Linkaufbau?

Beim Linkaufbau (engl. Link Building) geht es darum, Links von anderen Webseiten auf die eigene Webseite zu erhalten. Einen Link von einer anderen zur eigenen Webseite nennt man auch Backlink. Vereinfacht gesagt gilt: Die Webseite mit den besten bzw. meisten Backlinks rankt bei Google ganz oben. Websites von angesehenen Firmen, Organisationen, Universitäten oder Ämtern sowie Seiten mit hochwertigen Inhalten und vielen guten Backlinks haben für Google einen hohen Wert.

Was ist der Ankertext und warum ist er wichtig?

Der Ankertext ist der klickbare Text, den Webbrowser meist unterstrichen anzeigen. Dieser spielt für Google und andere Suchmaschinen insofern eine Rolle, als er einen Hinweis auf den Inhalt der verlinkten Webseite gibt. Ein Link mit dem Ankertext „Webagentur“, der zu www.webtique.de führt, ist für Google ein Hinweis, dass es sich bei Webtique um eine Webagentur handelt. Wenn www.webtique.de nun viele gute Backlinks mit dem Linktext „Webagentur“ hat, wird Google Webtique bei der Suche nach „Webagentur“ weit oben anzeigen.

Warum macht Google das?

Die Innovation, mit der Google groß geworden ist, besteht darin, dass Backlinks eine Art Empfehlung darstellen. Wenn ich auf meiner eigenen Webseite eine andere Webseite verlinke, ist das eine Empfehlung. Wer am meisten Empfehlungen von etablierten Webseiten hat, rankt bei Google ganz oben.

Achtung Spam

Die Versuchung ist groß, beim Linkaufbau zu schnell vorzugehen. Es gibt Anbieter, die versprechen, für wenig Geld hunderte oder gar tausende von Backlinks zu setzen. Auf diese Anbieter sollten Sie verzichten. Google betrachtet solche Versuche als Manipulation bzw. Spam und wird diese Links im besten Fall gar nicht berücksichtigen. Möglicherweise haben solche Backlinks sogar negative Auswirkungen auf das Ranking der verlinkten Webseite, Stichwort Negativ-SEO.

Diese Links brauchen Sie (nicht) für ein gutes Google-Ranking

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die bestimmen, welches Gewicht Google einem bestimmten Link zuweist und wie wahrscheinlich es ist, dass er zukünftige Rankings beeinflusst. Daher benötigen Sie nicht irgendwelche, sondern gute, hochwertige Backlinks.

Links von Webseiten mit hoher Autorität

Wenn eine Seite selbst viele Backlinks hat, erhöht sich ihre eigene Autorität. Sie ist dann in der Lage, selbst eine hohe Autorität weiterzugeben. Ein Link von einer Webseite mit hoher Autorität ist im Allgemeinen leistungsfähiger als ein Link von einer Seite mit niedriger Autorität (z. B. eine neu erstellte Webseite ohne eigene eingehende Links).

Es gibt eine ganze Reihe von kostenpflichtigen Tools, die versuchen, die Autorität einer Webseite zu bestimmen. Keines davon kann die Autorität, die Google einer Seite beimisst, wirklich berechnen. Besser ist es daher, sich auf den gesunden Menschenverstand zu verlassen. Eine Seite, die Sie persönlich schätzen und z. B. jederzeit einem Familienmitglied empfehlen würden, können Sie als Autorität ansehen. Eine Seite, die Sie selbst als enttäuschend empfinden, hat vermutlich auch keine Autorität.

Selbst gesetzte Links

Es gibt Möglichkeiten, auf fremden Seiten selbst einen Link zur eigenen Webseite zu setzen. Beispielsweise können Sie auf verschiedenen Blogs oder in Online-Foren einen Kommentar mit einem Link zu Ihrer Webseite hinterlassen. Oder Sie tragen Ihre Webseite bei Wikipedia ein. Beides ist Zeitverschwendung und wird Ihr Google-Ranking nicht verbessern. Den Entwicklern von Google ist klar, dass solche selbst gesetzten Links keine echte Empfehlung darstellen.

Links aus dem Inhalt

Wichtig ist auch die Platzierung eines Links auf einer Webseite. Ein Link, der ganz unten auf der Seite versteckt ist, bringt weniger, als ein gut sichtbarer Link mittein im eigentlichen Inhalt.

Themenrelevante Links

Eine große Rolle spielt auch das Thema der verlinkenden Webseite. Wenn Sie ein Autohaus haben, benötigen Sie Backlinks von Webseiten, die irgendwas mit Autos oder der Automobilbranche zu tun haben. Themenrelevanz lässt sich aber i. d. R. durch einen Artikel/Blogbeitrag herstellen. Wenn Sie bspw. jemanden kennen, der ein erfolgreiches Familien-Blog betreibt, könnte derjenige einen Artikel zum Thema „Der beste Familienvan“ veröffentlichen und schon macht ein Link zu Ihrem Autohaus thematisch Sinn.

So bekommen Sie Backlinks

Die alles entscheidende Frage ist natürlich, wie man überhaupt dazu kommt, dass jemand die eigene Webseite verlinkt. Wenn Sie sich den Linkaufbau in der Praxis nur sehr schwer vorstellen können, liegen Sie richtig. Linkaufbau ist sehr schwer und vor allem sehr aufwändig.

Mitbewerber-Analyse

Ein guter Ausgangspunkt für die meisten Linkbuilding-Kampagnen ist die Analyse der Backlink-Profile von Mitbewerber-Webseiten. Dazu gibt es zahlreiche kostenpflichtige Tools, empfehlenswert sind AHrefs und Majestic. Der Trick besteht darin, herauszufinden, wie bzw. warum Ihr Konkurrent einen bestimmten Link erhalten hat. Möglicherweise können Sie von derselben Webseite einen ähnlichen Link erhalten.

Outreach

Outreach (engl. für „in Kontakt treten“) ist wohl die wichtigste und beste Möglichkeit, um an Links zu kommen, aber auch die schwierigste und aufwändigste. Gemeint ist, dass Sie an Betreiber von Webseiten herantreten und diese um einen Link bitten. Outreach ähnelt also der klassichen Öffentlichkeitsarbeit. In der Praxis sieht das so aus, dass Sie z. B. nach thematisch relevanten Blogs suchen und die Betreiber kontaktieren.

Weitere Linkbuilding-Strategien

Linkbuilding ist im Wesentlichen nichts anderes als Öffentlichkeitsarbeit. Tun Sie Dinge, die andere interessant finden und sprechen Sie darüber.

Link Bait

Kurz gesagt sind Link Baits (engl. für Link-Köder) speziell für den Zweck des Linkaufbaus erstellte Inhalte, die aufgrund ihres hohen Werts oder ihrer Einzigartigkeit auf natürliche Weise Links anziehen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass für die erstellten Link-Köder keine Werbung bzw. Outreach erforderlich ist.
Beispiele für Link-Köder:

  • Veröffentlichung von Forschungsergebnissen
  • Veröffentlichung von gesammelten und ausgewerteten Daten
  • Eine Umfrage
  • Eine besonders aufwändige grafische Darstellung eines Sachverhalts (Infografik)
  • Ein kostenloses Tool

Ego Bait

Beim Ego-Bait beziehen Sie bekannte Persönlichkeiten (Influencer) in Ihren Inhalt ein und machen diesen dadurch interessant. Multipliziert wird der Effekt dadurch, dass der Influencer den Inhalt (= Ihren Link) über sein eigenes Netzwerk verteilt.
Beispiele für Ego-Köder:

  • Interview mit einem Influencer auf Ihrer Website
  • Einbeziehung eines Influencers in eine Expertenrunde
  • Zitieren eines Influencers in Ihren Inhalten oder Verlinken auf dessen Website
  • Aufnahme eines Influencers in eine Top-10-Liste

Broken Link Building

Mit zunehmendem Alter des Internets verschwinden viele zuvor nützliche Inhalte aus dem Web. Vielleicht hat das Unternehmen hinter der Website das Geschäft eingestellt. Möglicherweise wird die Seite nicht mehr aktiv gepflegt. Links zu diesem verschwundenen Inhalt führen ins Leere (engl. broken links).
Für Sie stellt dies eine Chance dar: Erstellen Sie einen ähnlichen Inhalt auf Ihrer eigenen Website und bieten diese als Alternative an. Dann ersetzen die Webseiten, die bisher den verschwundenen Inhalt verlinkt haben, das Linkziel mit Ihrer Webseite.

Linkwiederherstellung

Möglicherweise haben Sie bereits Backlinks, die ins Leere führen. Vielleicht haben Sie Inhalte oder Unterseiten gelöscht oder verschoben, die bereits auf anderen Webseiten verlinkt waren. Herausfinden können Sie dies bspw. mit Tools wie Google Analytics, Stichwort 404-Fehler. Diejenigen URLs Ihrer Webseite, die wiederholt 404-Fehler produzieren, leiten Sie einfach intern auf eine andere URL um und schon ist der Link, der ins Leere führt, wiederhergestellt.

Erwähnungen ohne Link

Googlen Sie Ihren Namen bzw. Firmennamen. Möglicherweise hat jemand über Sie geschrieben, aber keinen Link zu Ihrer Webseite gesetzt. Bitten Sie denjenigen, das nachzuholen.

Urheberrechtsverstöße

Verwendet jemand auf seiner Webseite unerlaubt Bilder, Texte oder ähnliches Material, das Ihnen gehört? Schreiben Sie ihn an und erteilen Sie ihm nachträglich die Erlaubnis, wenn er dafür auf Ihre Webseite verlinkt.

Newsjacking

Beim Newsjacking geht es darum, den Windschatten der aktuellen Nachrichten zu nutzen und Ihre eigene Marke oder Idee in die Geschichte einzubringen. Dies kann eine sehr effektive Möglichkeit sein, qualitativ hochwertige Links von wichtigen Nachrichtenmedien zu erhalten.
Letztlich ist Newsjacking eine Variante des Link Baits. Veröffentlichen Sie etwas Kreatives mit Bezug zu aktuellen Nachrichten und sprechen Sie darüber. Mit etwas Glück wird Ihr Inhalt von anderen Leuten aufgegriffen und verlinkt.

Gastbeiträge auf Blogs

Viele Blogger sind bereit, Gastbeiträge, also Beiträge fremder Autoren, zu veröffentlichen. Gastbeiträge sind eine der beliebtesten Formen des Linkaufbaus. Sprechen Sie Blogger an (Stichwort Outreach) und fragen Sie nach, ob diese einen von Ihnen verfassten Beitrag veröffentlichen wollen. Der Beitrag sollte natürlich möglichst gut, d. h. aufwändig erstellt und einzigartig sein und einen Link zu Ihrer Webseite beinhalten.

Interviews

Interviewen Sie Menschen aus Ihrer Branche oder andere für Ihre Zielgruppe interessanten Persönlichkeiten. Wenn das Interview interessant oder kontrovers ist, wird es möglicherweise von wichtigen Blogs oder Nachrichtenseiten aufgegriffen und verlinkt.

Infografiken

Infografiken gibt es schon seit einiger Zeit als Linkbuilding-Taktik, aber nachdem sie vor einigen Jahren aus der Mode gekommen sind, haben sie in letzter Zeit eine Renaissance erlebt. Letztlich sind Infografiken ein Weg, um die Effektivität Ihrer Outreach-Bemühungen zu maximieren.

Outreach ist immer dann besonders effektiv, wenn es ein Wertversprechen für den Angesprochenen gibt. Eine qualitativ hochwertige Infografik ist ein solches Wertversprechen. Die linkgebende Seite erhält coole Inhalte, Sie erhalten einen Backlink.

Wiederverwendung von Inhalten

Das Erstellen von hochwertigen, einzigartigen Inhalten für Link Baits und Outreach-Kampagnen ist sehr aufwändig. Daher macht es Sinn, eigene und fremde Inhalte wiederzuverwenden, indem man sie bspw. in ein anderes Medium umwandelt. Aus einem besonders guten Blogbeitrag kann man bspw. in der Zweitverwertung ein Video, eine Infografik, ein E-Book, einen Podcast oder eine Diashow machen und diese erneut bewerben.

Linkaufbau mit Medien

Ganz allgemein steigert man die Attraktivität und damit die Verlinkbarkeit der eigenen Seite durch Inhalte, die nicht aus reinem Text bestehen. Texte schreiben (lassen) kann jeder, die Erstellung von anderen Medien ist dagegen oft aufwändiger und wird daher auch besonders häufig mit Backlinks honoriert. Beispiele sind Diagramme zur Visualisierung von Daten, branchenspezifischen Memes oder Video-Tutorials.

Sponsorships

Sponsern Sie gemeinnützige Vereine, Künstler, Influencer oder Open-Source-Entwickler. Diese werden es Ihnen i. d. R. mit einem Backlink von ihrer Webseite danken.

Kostenlose Produkte

Verteilen Sie Produktproben oder ähnliches an Blogger und Influencer. Häufig erhalten Sie im Gegenzug eine Erwähnung mit Backlink auf deren Webseiten. Gehen Sie dabei jedoch nicht zu forsch vor. Sie sollten keinen Backlink einfordern, sondern das ganze als Produktmarketing ohne konkrete Gegenleistung betrachten.

Andere bezahlte Links

Google sieht bezahlte Links nicht gerne. Wenn Google herausfindet, dass jemand auf Ihre Webseite verlinkt, weil er dafür bezahlt wurde, wird Google diesen Link nicht berücksichtigen. Wenn Sie also Links kaufen, achten Sie darauf, dass Google keine Möglichkeit hat, das herauszufinden.

PBN Links

Private Blog Networks (PBNs) sind vereinfacht gesagt Blogs in großer Zahl, die billig erstellt wurden, mit dem einzigen Ziel, Links zu anderen Webseiten zu setzen.

Categories
SEO-Praxis

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.