Aufbau & Funktionsweise von Suchmaschinen

Die meisten algorithmischen Websuchmaschinen gleichen sich in ihrem grundlegenden Aufbau. Ein so genannter Crawler durchsucht das Web nach Dokumenten, indem ausgehend von einem Startdokument rekursiv alle gefundenen Hyperlinks verfolgt werden.

„Neue Dokumente werden gefunden, sobald sie von einer bekannten Seite aus verlinkt werden. Dies kann zu Verzögerungen bei der Erschließung neuer Dokumente führen, da diese erst einen gewissen Bekanntheitsgrad erreichen müssen, um verlinkt zu werden. Als Dilemma ist hier zu betrachten, dass solche Dokumente wiederum erst bekannt werden, wenn eine entsprechende Verlinkung besteht.“

Dieser Vorgang wird regelmäßig wiederholt, wobei Veränderungen, sowie die Löschung oder der Umzug von Dokumenten registriert werden.

Einen vollständigen Index sämtlicher Seiten im Web zu erstellen ist dabei praktisch nicht möglich. Daher muss entschieden werden, welche Seiten bevorzugt erfasst werden sollen. In der Regel wird hier linkorientiert vorgegangen, wobei stark verlinkte Seiten bevorzugt und auch tiefer indexiert werden.

Die Textinhalte der gefundenen Dokumente werden wortweise bzw. nach Wortstämmen zerlegt und indexiert. Den so erstellten Index kann man sich vereinfacht wie ein Stichwortverzeichnis vorstellen, also eine Tabelle, in der zu jedem Begriff alle Webseiten aufgelistet sind, in denen der jeweilige Begriff vorkommt. Um zu einer Suchanfrage passende Ergebnisse zu ermitteln, wird die Anfrage mit dem Index abgeglichen, d. h. die Suchmaschine schlägt im Index nach, in welchen Webseiten der gesuchte Begriff vorkommt.

Die durch den Indexabgleich gewonnene Menge an Ergebnissen wird anschließend nach Relevanz sortiert und dem Benutzer angezeigt.

Die großen Websuchmaschinen zeichnen sich aufgrund Ihrer häufigen Nutzung und des weltweiten Markts, den sie bedienen, durch weitere Eigenschaften aus, die Ihre Funktionsweise beeinflussen. Bei Google lässt sich bspw. beobachten, dass dieselbe Suchanfrage gelegentlich zu unterschiedlichen Ergebnissen führt, selbst wenn man sie innerhalb eines sehr kurzen zeitlichen Abstands erneut ausführt. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass man beim Aufruf von google.de nicht immer auf denselben Server bzw. dasselbe Datencenter von Google geleitet wird und diese nicht immer zu 100% synchron sind.

Eine weitere Eigenheit von Google ist es, dass regional unterschiedliche Ergebnisse angezeigt werden. Einen Eindruck davon erhält man mit dem Google Adwords Tool für die Anzeigenvorschau. Dort lässt sich einstellen, welche Google-Domain für die Suche verwendet werden soll, bspw. google.de. Zusätzlich lässt sich eine Region einstellen, für die man die Suchergebnisse betrachten möchte. Wählt man dort bspw. abwechselnd Deutschland und Österreich, erhält man für denselben Suchbegriff und dieselbe Google-Domain unterschiedliche Ergebnisse. Die Nutzung des speziellen Google-Tools ist für einen Vergleich notwendig, da Google die Herkunft der Suchenden ansonsten in Abhängigkeit vom verwendeten Internetzugang schätzt, was bspw. dazu führt, dass Nutzer aus Deutschland immer auf deutsche Nutzer abgestimmte Ergebnisse angezeigt bekommen, unabhängig davon, welche Google-Domain sie benutzen.

Bei der Suchmaschinenoptimierung reicht es folglich nicht, sich auf einen Suchbegriff in einer bestimmten Sprache zu konzentrieren, sondern auch die Zielregion muss mit einbezogen werden. Insbesondere ist dieses Verhalten der Suchergebnisse bei der Erfolgskontrolle zu berücksichtigen, um keine fehlerhaften Ergebnisse zu erhalten.

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